Geschäftsbereich „Farming“: Anbau von Castor und Verkauf der Ernte
Die Castorpflanze (ricinus communis, engl. castor) gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse. An den Boden stellt sie keine besonderen Ansprüche. Sie ist ein schnell wachsender Busch, der nach kurzer Zeit reichlich Früchte - die ölhaltigen Castorbohnen - trägt. Bereits nach vier Monaten Anbauzeit kann erstmals geerntet werden. Die Castorpflanze ist etwa zwei bis drei Jahre nutzbar und wird danach gepflügt.
Die Castorpflanze und das aus den Castorbohnen gewonnene Öl waren schon im Altertum bekannt; das Öl diente vornehmlich als Brennstoff für Öllampen. Später kam das Öl als Abführmittel – bekannt als Rizinusöl - im medizinischen Bereich zum Einsatz. Heute wird Castoröl in der pharmazeutischen, chemischen Industrie und in der Kosmetik benötigt, z.B. als Beimischung von Farben und bei der Herstellung von Lippenstiften, Seifen, Parfüms.
Größter Produzent von Castorsamen ist Indien. 750.000 Tonnen Bohnen werden jährlich geerntet, was ca. 60% der weltweiten Produktion ausmacht. Indien ist ebenfalls weltweit bedeutendster Exporteur von Castoröl. Neben Indien gelten China und Brasilien als traditionelle Lieferanten der Castorernte; weitere Länder sind Thailand und Äthiopien. Die klimatischen Bedingungen für den Anbau der Castorpflanze sind insbesondere im Hochland Äthiopiens optimal.
Der Anbau der Castorpflanze erfolgt auf den durch Acazis angepachteten Landflächen. Zwei Ernten pro Jahr sind möglich – mit speziellen Bewässerungsanlagen lassen sich sogar drei Ernten erzielen. Die Castorbohnen werden in 50 kg Säcke verpackt und in den relativ nahegelegenen Hafen Dchibuti gebracht und dort zu Marktpreisen verkauft.